Tonkabohne – nicht nur an Weihnachten sondern das ganze Jahr

Tonkabohne – nicht nur an Weihnachten sondern das ganze Jahr

Bis 1940 war die Tonkabohne bei den Ureinwohnern Venezuelas nämlich ein gängiges Zahlungsmittel und noch heute trägt man die Tonkabohne als Schutzamulett gegen Krankheiten oder im Portemonnaie als Glücksbringer.

Die Tonkabohne ist auf dem deutschen Markt vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern unbekannt. Und das obwohl sie in gut sortierten Gewürzregalen schon seit vielen Jahren erhältlich ist. Die Tonkabohne ist nicht, wie es vom Namen her scheint ein Bohne. Der Same (der Kern) der reifen Frucht ist der Ableger des Tonkabaumes. Der rasch wachsende, bis zu 30 Meter hohe Baum war ursprünglich nur in Guayana in der Karibik beheimatet. Inzwischen hat sich der Anbau auf einige südamerikanische Länder ausgedehnt.

In Deutschland ist das Gewürz nur getrocknet erhältlich. Im Handel ist die Verwendung der Tonkabohne nur erlaubt, wenn die zulässigen Höchstwerte für Cumarin in der zubereiteten Speise nicht überschritten werden.Da die Bohnen das gesundheitsschädliche Cumarin enthalten, werden sie in Europa nicht im rohen Zustand angeboten. Sie werden zuvor in Rum eingelegt, danach fermentiert und verkauft.

Die frisch geriebenen Bohnen schmecken erst ganz schön bitter, doch schnell wandelt sich das Aroma ins süßlich-herbe. Der Geschmack erinnert an Vanille (weshalb die Tonkabohne auch als Vanilleersatz herhalten kann), Karamell, Mandeln, Marzipan und Süßholz.

Die Früchte des Tonkabaumes sind mango-ähnliche, fleischige Früchte. Sie gehören unter den Hülsenfrüchten zu den Schmetterlingsblütlern (Leguminosae, Fabacea). Die reifen Früchte des Tonkabaumes legen im Inneren einen dunklen, mandelartigen, runzeligen Kern frei. Die Tonkabohne dient heutzutage als günstige Alternative zu Cannabis. Sie hat eine halluzinogene Wirkung. In Deutschland ist sie als solches noch unbekannt, während sie in anderen Ländern bereits als Droge konsumiert wird, bisher allerdings noch nicht verboten ist.

Tonkabohnen galten schon bei den Ureinwohnern des Amazonas als natürliches Aphrodisiakum. Darüber hinaus wurden sie als natürliches Heilmittel gegen Übelkeit, Husten und Asthma eingesetzt. Ihren betörenden Duft macht man sich in der heutigen Aromatherapie zu Nutze, um Stress zu lindern.

Der Tonkabaum verströmt einen süßlichen und lieblichen Duft, der am ehesten vergleichbar ist mit dem Duft von Vanille oder Süßholz. Der Kern verbreitet ebenfalls dieses Aroma, lediglich noch mit einer weiteren leicht bitteren Nuance, die auf den im Kern enthaltenen Stoff Cumarin zurückzuführen ist. Aufgrund dieses intensiven Geruchs wird die Tonkabohne bei der Herstellung einiger Herrenparfums oder auch bei der Herstellung von Räucherstäbchen sowie zur Aromatisierung von Tabak genutzt.

Tonkabohnen Zucker

Mit seinem karamellartigen Geschmack und dem frischen Aroma rundet Brecht Tonka Zucker viele Süßspeisen und Desserts perfekt ab. Der fein-süßliche Geschmack der geriebenen Tonkabohne erinnert an Vanille, Zimt und Bittermandel. Tonka Zucker schmeckt besonders in Süß- und Quarkspeisen oder in aufgeschlagener Sahne.

Tonkabohnen – aber bitte wie viel davon? Beim Reiben der Tonkabohne ist die Dosierung einfach. Hier empfiehlt es sich, zwischendurch abzuschmecken und zu testen. Beim Auskochen von Tonkabohnen in Milch oder Sahne reichen drei bis fünf Bohnen für einen Liter Milch. Ähnlich wie auch bei der Muskatnuss kann die Tonkabohne zum Würzen an einer Muskatreibe fein abgerieben werden. Eine andere Möglichkeit besteht darin, die Bohne in einem Mörser zu zerkleinern.

Wie bewahre ich meine Tonkabohnen auf?

Tonkabohnen sollte man kühl, trocken, luftdicht und lichtgeschützt lagern. So bewahren sie ihr Aroma bis zu 12 Monate. Um das besondere Aroma so lange wie möglich zu erhalten, sollten die Bohnen an einem dunklen, kühlen Ort aufbewahrt werden. Dosen, die gut verschließbar sind oder dunkel getönte Schraubgläser sind eine gute Wahl. Wenn dies beachtet wird, ist das Gewürz lange haltbar.

Aufgrund des intensiven Aromas wird die Tonkabohne jedoch nur sehr vorsichtig verwendet. Es reicht bereits die Verwendung kleinster Mengen, um eine besondere Geschmacknote zu erzielen, so dass bei natürlichem Geschmacksempfinden die Gefahr einer Überdosierung ausgeschlossen ist. Wegen des vanilleähnlichen Geschmacks wird die Tonkabohne im Handel auch unter der Bezeichnung „mexikanische Vanille“ angeboten, welche genau wie die echte Vanille genutzt werden kann – jedoch preisgünstiger ist.

Um das Aroma der Tonkabohne möglichst frisch zu halten, kann sie am besten in einem Schraubglas oder einer Aromadose aufbewahrt werden. Die Härte und Stabilität der mandelförmigen Tonkabohne ist vergleichbar mit der einer Muskatnuss und kann zum Würzen und zur gezielten Dosierung ganz einfach an einer Muskatreibe fein gerieben werden.

Tonkabohnen Chef

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