Kann man die Tonkabohne als Droge verwenden?

Tonkabohne als Droge

Die Tonkabohne ist in Deutschland seit einigen Jahren insbesondere als geschmacksgebende Zutat für Süßspeisen, Eis und Desserts aller Art bekannt. Sie besitzt ein feines Aroma, das an eine Kombination aus Vanille und Mandeln erinnert, ist dabei jedoch etwas würziger und herzhafter. Insbesondere in Verbindung mit Sahne oder Milch entfaltet die Tonkabohne ihr volles Aroma.tonkabohnen als droge

Genau genommen handelt es sich hierbei jedoch nicht um eine Bohne, sondern um den Samen des gleichnamigen Baumes, der insbesondere im südamerikanischen Raum sowie in der Karibik kultiviert wird. Die Ureinwohner in den genannten Gebieten kannten die Tonkabohne schon vor hunderten von Jahren und nutzten sie vielfältig. Sie wurde pur gegessen, gemahlen, gekocht oder auch in Form eines Glücksbringers bei sich getragen, denn die Tonkabohne stand für Wohlstand, Erfolg und ein erfülltes Leben.

Und dann ist da noch die andere, dunkle Seite der Tonkabohne – sie enthält eine nennenswerte Menge des giftigen Inhaltsstoffes Cumarin. Hierbei handelt es sich um einen sekundären Pflanzenstoff, der sich durch seinen charakteristischen Geruch auszeichnet. Cumarin ist in Deutschland seit Jahren bekannt, schon lange bevor die Tonkabohne hierzulande populär wurde. Der Waldmeister, ebenfalls aromagebender Inhaltsstoffe vieler Süßspeisen und Getränke, ist ebenfalls eine cumarinhaltige Pflanze.

Einige Menschen interessieren sich nicht für die Tonkabohne als Zutat für diverse Lebensmittel, sondern nutzen den Cumaringehalt aus, um den Samen als Droge zu konsumieren. Schauen wir uns diese Droge doch einmal etwas näher an:

Zunächst eine Warnung: In hohen Dosierungen kann Cumarin gesundheitsschädlich für den Menschen sein. Es kann zur Leber- und Nierenschädigungen sowie zu Atemnot und Herz-bzw. Kreislaufproblemen kommen. Die geltenden Höchstmengen sind in Deutschland in der Lebensmittelverordnung verankert, sie gelten folgerichtig aber nur für die Zugabe in Nahrungsmitteln, nicht für Duftkerzen oder andere Substanzen. Als generelle Höchstdosis gibt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) eine Menge von 0,1 mg/(kg KG) pro Tag als TDI (tolerable daily intake, tolerierte Tagesdosis) an.

Die Wirkung von Cumarin

Bei der Verwendung der Tonkabohne als Droge kommt also die Wirkung des Hauptinhaltsstoffes Cumarin zum Tragen. In einer geringen Dosierung wirkt Cumarin sowohl stimmungserhellend als auch beruhigend. Der Konsument fühlt sich ausgeglichener, blendet seine alltäglichen Probleme aus und wird von kleinen Wehwehchen wie Kopfschmerzen nicht länger geplagt.

Höhere Dosierungen können die bereits genannten Phänomene auf langfristige Sicht auslösen. Zunächst einmal kommt es bei einer Überdosierung des Inhaltsstoffs Cumarin jedoch zu Schwindelgefühlen, starken Kopfschmerzen sowie zu Erbrechen. Im weiteren Verlauf können Lähmungserscheinungen, Atemprobleme und die sogenannte Schlafsucht auftreten. Werden diese Warnzeichen bemerkt, sollte der Konsument unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Neben den genannten mittel- und langfristigen Auswirkungen bei der Einnahme von Cumarin liegen bislang lediglich die Ergebnisse aus Tierversuchen zur Auswertung vor. Einige Forscher vermuten, dass die dauerhafte Einnahme von Cumarin zu Krebs führen kann. Andere bestreiten dies, da die Ergebnisse von Tierversuchen nicht direkt auf den Menschen übertragbar sind.

Wie wird die Tonkabohne als Droge eingenommen?

Die Tonkabohne kann in verschiedenen Formen als Droge konsumiert werden, z. B. als gemahlenes Pulver oder zerstoßen in kleineren Brocken. Hier werden die Bestandteile meist mit Tabak vermischt und geraucht. Manch einer zündet auch die ganze Bohne an und inhaliert den Rauch direkt, ohne Zugabe weiterer Stoffe.

Ist die Tonkabohne als Droge wirklich gefährlich?

Experten und Drogenforscher streiten sich darum, ob die Tonkabohne als Droge wirklich gefährlich ist. Meist wird sie in etwa wie Haschisch eingestuft, die Wirkung sogar etwas geringer. Allerdings hat sich gezeigt, dass hier – im Gegensatz zu Haschisch, Gras usw. – eine Überdosierung durchaus gefährliche Folgen haben kann. Daher gilt die Devise: In Maßen vertretbar, in Massen dagegen gefährlich!

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